EM Tarragona: Tertsch wird Europameisterin I Rust auf Rang acht
18.06.2026 – Swantje Kaiser
Lisa Tertsch hat sich im spanischen Tarragona nach einem packenden Zielsprint zur Europameisterin auf der olympischen Distanz gekrönt.
Auch Franka Rust überzeugte mit Rang acht.
Mit dem Sieg erfüllte die amtierende Weltmeisterin nicht nur die in sie gesetzten Erwartungen, sondern vor allem auch ihre eigenen. Denn schon im Vorfeld hatte die Darmstädterin klar gemacht, dass sie nach Spanien gereist war, um den Titel zu gewinnen. Den sicherte sich die 27-Jährige mit einer Zeit von 2:00:56 Stunden vor Belgierin Jolien Vermelyen (2:00:58) und Valentina Riasova (2:01:03).
Zweitbeste Deutsche wurde Franka Rust als Achte (2:02:35). Jule Behrens (21.; 2:04:36) und Selina Klamt (23.; 2:04:55) landen in den Top-25. Mitfavoritin Julia Bröcker stieg beim Laufen aus.
Nach dem Schwimmen war Tertsch als Vierte gemeinsam mit Bianca Seregni (ITA), Márta Kropkó (HUN) und der Französin Candice Denizot als Teil einer Spitzengruppe aus dem Wasser. Auf der Radstrecke behauptete sie ihre Position - ebenfalls vorne mit dabei: Teamkollegin Franka Rust.
Auf den abschließenden 10 Kilometern ließ Tertsch dann ihre Laufstärke aufblitzen. Während mehr und mehr Konkurrentinnen dem hohen Tempo Tribut zollen mussten, hatte die Mixed-Relay-Olympiasiegerin von Paris 2024 am Schluss am meisten zuzusetzen und sicherte sich auf der Zielgeraden Gold und ihren ersten EM-Titel.
„Die Europameisterschaften haben mir noch in meiner Sammlung gefehlt – deshalb bin ich hier an den Start gegangen“, sagte Tertsch. „Ich habe auf meine Sprintfähigkeiten vertraut – und es hat funktioniert.“
Auch Rust überzeugte mit großem Einsatz. Auf der Laufstrecke konnte sie zunächst das hohe Tempo an der Spitze mitgehen, fiel später jedoch einige Positionen zurück und belegte am Ende Rang acht. Für sie waren es die ersten Europameisterschaften auf der olympischen Distanz.
„Ich bin nicht hierhergekommen, um 40. zu werden – deshalb bin ich auf dem Rad all-in gegangen. Beim Laufen habe ich etwas Neues ausprobiert und konnte lange bei Lisa und den anderen bleiben, aber irgendwann ging es nicht mehr. Ich bin trotzdem zufrieden mit dem Rennen“, zog Rust Bilanz.
Auch DTU Sportdirektor Thomas Moeller zog ein positives Fazit: „Es war ein echtes Hitzerennen – selbst das Wasser hatte 24 Grad. Überraschend war, dass es lange Zeit eine große Radgruppe gab. Lisa hat es dann clever gemacht, im Laufen die Lücken aufgemacht und am Ende im Zielsprint gewonnen. Sie hat definitiv ihr Ziel erreicht.“
Benedikt Bettin läuft in die Top-15
Bester Deutscher im Männerfeld war Benedikt Bettin auf Rang 14. Jonas Osterholt (1:51:46) belegte Platz 32 und Lasse Lührs (1:55:04) auf Rang 41.
Bereits nach dem Schwimmen setzte sich eine kleine Spitzengruppe ab. In der Verfolgergruppe gingen Osterholt und Bettin auf die Radstrecke. Während sich Bettin auf der abschließenden Laufrunde noch auf Rang 14 vorarbeiten konnte und mit rund zwei Minuten Rückstand (1:49:14) auf Sieger Oliver Conway (GBR, 1:47:08) ins Ziel kam, büßte Osterholt hingegen Plätze ein.
Zweiter wurde Michael Gar (GBR, 1:47:44), Bronze ging an Roberto Sanchez Mantecón (ESP, 1:48:00).
Die kompletten Ergebnislisten stehen online zur Verfügung.
Benedikt Bettin läuft in die Top-15